Awina ist remote-first und arbeitet konsequent outputorientiert statt präsenzbasiert. Vereinbarkeit verstehen wir nicht als HR-Benefit, sondern als strukturelle Aufgabe moderner Arbeitswelt. Intern leben wir flexible Modelle, extern entwickeln wir eine digitale Infrastruktur, die Arbeitgebern eine einfache Beteiligung an Betreuungskosten ermöglicht.
Wir sind überzeugt, dass Vereinbarkeit keine individuelle Organisationsfrage, sondern eine strukturelle Herausforderung moderner Arbeitswelt ist. Klassische Präsenzmodelle schliessen qualifizierte Fachkräfte faktisch aus. Als Unternehmen im Familienkontext sehen wir es als unsere Verantwortung, Arbeitsmodelle zu entwickeln, die Leistung, wirtschaftliche Realität und Familienleben nicht gegeneinander ausspielen, sondern systematisch verbinden.
Awina verfolgt ein ganzheitliches Modell, das Kultur, Struktur und Infrastruktur miteinander verbindet. Unser Ansatz basiert auf der Überzeugung, dass Vereinbarkeit kein individuelles Organisationsproblem ist, sondern eine strukturelle Gestaltungsaufgabe moderner Unternehmen.
1. Kultur – Output statt Präsenz
Awina ist vollständig remote organisiert. Es bestehen keine fixen Arbeitszeiten im klassischen Sinn. Entscheidend sind Zielerreichung, Qualität und Verlässlichkeit – nicht physische Präsenz oder permanente Erreichbarkeit. Mitarbeitende gestalten ihre Arbeitszeiten im Rahmen klar definierter Team-Synchronisationspunkte selbst. Elternschaft ist dabei kein Nebenthema, sondern sichtbarer Teil unserer Arbeitsrealität. Kinder dürfen präsent sein, Betreuungssituationen werden offen kommuniziert und nicht als Karrierenachteil interpretiert.
2. Struktur – Verbindliche Freiheit
Flexibilität funktioniert nur mit klaren Rahmenbedingungen. Deshalb kombinieren wir maximale Gestaltungsfreiheit mit verbindlichen Strukturen: transparente Zieldefinitionen, definierte Meetingfenster und eine klar geregelte Kommunikationskultur. Teilzeitmodelle sind auf allen Ebenen möglich – auch in verantwortungsvollen Funktionen. Leistung wird konsequent am Output gemessen, nicht an Verfügbarkeit. Führungspersonen leben dieses Modell aktiv vor.
3. Dialog – Proaktive Anpassung statt Krisenreaktion
Vereinbarkeit wird bei Awina nicht dem Zufall überlassen. In regelmässigen Gesprächen reflektieren Mitarbeitende gemeinsam mit der Führung ihre Betreuungssituation, Belastung und Entwicklungsperspektiven. Anpassungen von Pensen oder Verantwortlichkeiten erfolgen vorausschauend, nicht erst bei Überlastung. Dadurch entsteht Stabilität für Mitarbeitende und Unternehmen.
4. Infrastruktur – Vom Benefit zur skalierbaren Lösung
Als Plattform im Kinderbetreuungsbereich entwickeln wir parallel eine digitale Infrastruktur, die es Arbeitgebern ermöglicht, sich administrativ einfach und transparent an Betreuungskosten ihrer Mitarbeitenden zu beteiligen. Awina testet neue Ansätze zunächst im eigenen Unternehmen und überführt erfolgreiche Modelle in skalierbare Lösungen für KMU. Vereinbarkeit verstehen wir nicht als isolierten HR-Benefit, sondern als Bestandteil moderner Wertschöpfung.
Unser Modell richtet sich an alle Mitarbeitenden – unabhängig von Pensum, Geschlecht oder familiärer Situation. Besonders profitieren Eltern und Personen mit Betreuungspflichten, gleichzeitig stärkt die Kultur der Eigenverantwortung und Planbarkeit die gesamte Organisation.
Awina versteht sich damit nicht nur als familienfreundlicher Arbeitgeber, sondern als Living Lab für neue Formen der Vereinbarkeit in der Schweiz.
Seit Einführung unseres Modells verzeichnen wir keine Fluktuation und eine stabile Teamstruktur trotz Unternehmenswachstum. Die Zufriedenheit ist hoch, krankheitsbedingte Ausfälle sind gering. Die flexible Struktur ermöglicht uns, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, die in klassischen Präsenzmodellen nicht verfügbar wären. Gleichzeitig setzt das Modell konsequente Selbstverantwortung, Transparenz und verbindliche Abstimmungen im Team voraus.
Vereinbarkeit entsteht nicht durch einzelne Massnahmen, sondern durch eine bewusste Führungsentscheidung. Unternehmen müssen sich ehrlich fragen, ob sie Leistung weiterhin mit Präsenz verwechseln – oder ob sie bereit sind, Verantwortung und Vertrauen neu zu denken.
Flexibilität ohne klare Leitplanken führt zu Überlastung. Kontrolle ohne Vertrauen verhindert Eigenverantwortung. Entscheidend ist die Balance: transparente Ziele, planbare Abstimmungen und eine Kultur, in der Ergebnisse zählen – nicht Sichtbarkeit.
Vereinbarkeit sollte zudem nicht als Sonderlösung für Eltern verstanden werden, sondern als Qualitätsmerkmal moderner Organisationen. Wer Strukturen schafft, die unterschiedliche Lebensrealitäten ermöglichen, stärkt Stabilität, Motivation und langfristige Leistungsfähigkeit.
Nachhaltige Veränderung beginnt nicht bei HR-Instrumenten, sondern bei der Haltung der Führung.
Drenushe Shala, CEO and Co-Founder
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